Eskaliert der Drogenkrieg?

Eskaliert der Drogenkrieg?

Was passierte Ende letzter Woche am Kokain-Extraktor im beschaulichen Dörfchen Therisa beim AAL Airfield? Diese Frage lässt die Bewohner der Region rund um die Bucht von Malanera nicht mehr los. Am späten Nachmittag kam es dort zu einem Großeinsatz der Polizei Altis, welche vorübergehend per Funk die komplette Region mit einer Distanz von einem Kilometer absperrte. Unser Kamerateam, welches zu diesem Zeitpunkt in Neochori verweilte, betrat die Sicherheitszone auf eigene Gefahr, um aufzuklären, was sich dort ereignete und für die Bevölkerung der Insel die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch als unser Team am Ort des Geschehens ankam, bot sich für uns ein verwirrendes Bild. Erst durch intensive Recherche ist es gelungen, Zusammenhänge herauszuarbeiten. Diese zeichnen allerdings ein düsteres Bild über die Zukunft dieser Region und legen die Vermutung nahe, dass die Drogenkartelle in der südlichen Region der Westseite stark am Expandieren sind.

Zunächst aber eine Beschreibung der Situation vor Ort. Als unser Team sich an der Grenze der Sicherheitszone positionierte, waren mehrere Schusswechsel zu hören. Da die Polizeisektion Kavala eine erhöhte Sicherheitswarnung für die Region aussprach und auch vorbeifliegende Helikopter der Marke „Hummingbird“ ihre Präsenz unterstrichen, waren wir umso überraschter, als keine Einheiten mehr vor Ort waren, sondern lediglich Rebellen der SWF. Auf unsere Anfragen hin enthielt sich das Polizeidepartment und verweigerte jegliche Auskünfte. Ein Anwohner, der die Geschehnisse aus seinem Wohnzimmerfenster mitverfolgen konnte, verdeutlichte in seinen Worten, worum es bei dem Konflikt eigentlich ging: ,,Seit die Regierung das Hochgebirge östlich von Kavala infiltriert hat, haben sich die Geschäfte der Kartelle in die Region Ost-Zaros verlagert. Sie nutzen Orte, wie Therisa oder Drimea als Umschlagsorte für ihre Ware. Zwar verkaufen sie die meiste Ware noch an das Pinkman-Kartell, welches immer noch Zuflüchte in der Bergregion innehat, allerdings mussten sie sich für die Verarbeitung der Kokapflanze aus den Scharfschützenregionen westlich von Zaros zurückziehen.“ In der Tat wurde uns dann durch SWF-Einheiten bestätigt, dass das Gefecht im Zusammenhang mit einem Angriff auf ein geheimes Drogenlabor in Süd-Therisa stand. Dieser Angriff soll von der Untergrundgruppierung APE ausgegangen sein. Neben Spezialeinheiten der SWF waren auch Einheiten anderer Organisationen am Kampf beteiligt.

Das geheime Kokainlabor und der Abtransport der letzten Rebellenfahrzeuge der Farmkoalition

 Unter den Bewohnern Therisas kursiert seitdem das Gerücht, dass hier ein „lone-wolf“ beteiligt war, welcher der DKA untersteht. Laut Quellen, die nicht genannt werden möchten, soll das ,,H“ in seinem Namen für „hilfsbereit“ stehen. Ein ranghoher Beamter der „Zaros Farmers Association“ bestätigte diese Eindrücke und fügte hinzu, dass die Region zu einem Dreh- und Angelpunkt des Drogenverkehrs geworden ist. ,,Wir sind gefangen im Krieg der Kartelle. Am Airfield kommen ständig Luftlieferungen an. Vor ein paar Monaten war hier noch tote Hose. Selbst der „Verrückte Wissenschaftler“ machte sich schon Sorgen um Aufträge.“

Wer ist dieser Mann? Gerüchteweise war er maßgeblich an der Verteidigung des geheimen Drogenlabors beteiligt. Er soll einer Einheit angehören, die derzeit vermehrt im Moonshine-Business aktiv ist

Mittlerweile habe sich die Situation aber gewandelt. Neben vermehrter Nutzung des Airfields durch Rebellen wurden auch vermehrt Tempest Geräte gesichtet. Dies lässt den Schluss zu, dass die Kartelle die riskante Route vom Ganghideout ins Hochgebirge vermehrt meiden, da die Staatsorgane mehr Operationen durchführen und Aufklärungseinheiten aussenden. Zudem kollidieren die Handelswege mehrerer großer Rebellenorganisationen teilweise miteinander. „Nachdem die Region um die Naftia Bucht sehr lange unkontrolliertes Terrain darstellte, hat sich hier das UNT-Kartell (United) bzw. die DRA niedergelassen. Diese liefern ihr Weed ausschließlich über die Meerenge in Richtung Kavala“, so ein Sprecher der Umweltorganisation „Safe Agios Kosmos“. Die Zeichen für die Region Süd-Altis stehen also denkbar ungünstig. Die Unterdrückung der Landesbevölkerung, die ständige Zerschlagung von Rebellenzellen durch die Polizei, die vermeintlich häufige Korruption, sowie die riesige Vervielfachung der Drogenaktivitäten, zwingen daher immer mehr Leute in die Abhängigkeit. Die Hintergründe für den Kokainkonflikt wurden im Anschluss investigativ von unseren Wahrheitsverkündern herausgearbeitet. Zwar gibt es hier und da Konflikte zwischen den Marihuana-Kartellen und den Kokain-Baronen, dennoch liegt der Hauptgrund für die Eskalation in Therisa im schwelenden Konflikt zwischen der APE und der SWF. Ebenso ist als Drittpartei der Clan „261er“ zu nennen. Laut den Pressesprechern der SWF beansprucht ihre Organisation 15% der Einnahmen auf jede Kokainlieferung. Für 20% werden die Händler von Paramilitärs beim Transport der Ware geschützt. Die APE beansprucht diese Route allerdings auch und will sich dem Steuersystem der SWF entziehen. Die 261er ist sozusagen eine Abspaltungsgruppierung der SWF. Ihre Einheiten fordern, wie die APE, ebenfalls Abgaben und wollen in dem Konflikt nicht zurückstecken. „Für die armen Kokain-Bauern, aber auch für kriminelle Organisationen, welche ihre jeweiligen Schutzpatronen bezahlen, ergibt sich somit eine ungünstige Situation. Sie sind entweder gezwungen, die eine Seite zu bezahlen, um von der anderen überfallen zu werden, oder umgekehrt.

Kämpfer der SWF bei einer Schießübung auf ein bewegliches Ziel. Die Aufnahmen stammen vom Rebel-Outpost

So sorgen viele für ihren eigenen Schutz und verzichten komplett auf Abgabenzahlungen, was dann zwangsläufig dazu führt, dass sie von beiden Seiten angegriffen werden“ so Kostas Katzinidis vom „Bund Geflüchteter Tanoaner“. Es ergeben sich also trotz der vermeintlichen Aufklärung der Geschehnisse mehr und mehr Fragen. Intensiviert sich der Kokainkrieg weiter? Man darf nicht vergessen, dass auch andere Organisationen hier und da die Route für sich haben wollten. Bis zu zwei weitere größere Gruppierungen beanspruchten sie ebenfalls in den letzten Monaten. Des Weiteren ergeben sich offene Fragen im Hinblick auf das Verhalten der Polizei. Warum waren keine Einheiten vor Ort und warum verweigerte man unserem Presseteam weitere Auskünfte? „Wenn sie doch die Bergkette um Kavala unter Kontrolle haben, warum redet dann hier jeder über reißenden Absatz beim Koka und Weed“, fragt auch Konstantina Petroupolis, eine 90-jährige Schneiderin und Fetaverkäuferin aus Therisa. Deuten die Aussagen eines SWF-Rebellen am Außenposten also darauf hin, dass die Polizei vielleicht doch verstrickter in die Machenschaften ist, als zuvor angenommen? Bei den Geschäften der SWF, die dem Ex-Special Forces General James Hunter untersteht, seien die Cops „selten da“, verriet uns der Rebelle, den wir für ein Fotoshooting bei einer Schießübung akquirieren konnten. In diesem Fall versprechen wir Ihnen weiteren investigativen Qualitätsjournalismus, denn auch in anderen Branchen wurde bereits über die mögliche Bestechlichkeit der Beamten gemunkelt. Seien Sie wachsam, werte Leser oder schicken sie selbst ein Paket mit Vanillepulver an den Polizeichef. Vielleicht wird es Ihnen gedankt. Die APE veröffentlichte bisher noch kein Bekennerschreiben. Dennoch wurde aus inneren Kreisen bestätigt, dass sie zu ihrer Tat stehen. In Kavala konnten wir einen Rebellen für ein kurzes Gespräch gewinnen. Er klagte über die Repression gegen seine Organisation und versicherte, zuverlässige Informationen preiszugeben.

SWF- Einheit posiert siegessicher vor der Kamera.

Bei dem Polizeieinsatz kam es wohl auch zu einer Inhaftierung. Das APE-Mitglied konnte allerdings noch am gleichen Tag aus dem Gefängnis ausbrechen. Dennoch würde der Führungszirkel der Organisation behutsam mit Informationen umgehen. Wenn sich die Pressevertreter der Organisation zu weiteren Einsätzen äußern, werden wir sie rechtzeitig informieren. Sie wissen, dass wir aus allen möglichen Perspektiven berichten und uns nicht scheuen, mit „denen“ zu reden, welche sie heute noch als „Mitbewohner“ und morgen schon als „Terroristen“ kennen! Unsere Journaille ist eine Postille. Ja, ein Hort der freien Gedanken! Bleibt zu hoffen, dass das Blutvergießen nicht weiter zunimmt und die Gruppierungen im Sinne einer erträglichen Humanität handeln, sowie Einigungen anstreben, um die soziale und wirtschaftliche Lage in der Region wieder zu restabilisieren. In diesem Sinne, wie „Pablo Escobar“ es bereits erwähnte: „There can only be one king!


Dieser Artikel erschien ursprünglich im Magazin „DER ZAMAK“ Ausgabe 1.

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